Preisverleihung am 27. Mai 2021

Der Lüneburgische Landschaftsverband hat seinen Kunstpreis zum siebten Mal vergeben. Am 27. Mai 2021 kürte der Vorsitzende, der Uelzener Landrat Dr. Heiko Blume, im Historischen Museum Schloss Gifhorn die im Landkreis Uelzen beheimatete Glaskünstlerin Simone Fezer zur Gewinnerin des mit 5.000 Euro dotierten Preises.

Da die strengen Sicherheitsvorkehrungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie einen großen Festakt nicht zuließen, fand die Preisverleihung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Doch auf eine Vergabe wollte der Landschaftsverband auch in diesem Jahr nicht verzichten: „Mit der Verleihung des Kunstpreises wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass Künstlerinnen und Künstler, dass Kunst und Kultur in dieser schwierigen Zeit sichtbar bleiben,“ so Dr. Blume. So sieht es auch der Gifhorner Landrat Dr. Andreas Ebel: „Es sind gerade die Künstlerinnen und Künstler, die ganz besonders unter der Corona-Pandemie leiden. Deshalb ist es schön, dass sie heute im Mittelpunkt stehen.“

Bereits Ende April hatte die Kunstkommission ein empfehlendes Votum zur Preisvergabe abgegeben. Die fünf Anwärterinnen und Anwärter erfuhren jedoch erst am Tag der Verleihung, wer von ihnen sich neben dem Preisgeld auch über einen eigenen Katalog und eine Einzelausstellung im Kunstverein Lüneburg freuen darf. Neben Simone Fezer aus Bohndorf (Landkreis Uelzen) waren Eva Fabian aus Klein Kühren (Landkreis Lüchow-Dannenberg), Lukas Harris aus Wolfsburg, Jessica Kulp aus Diersbüttel (Landkreis Lüneburg) und Hans Schlimbach aus Gartow (Landkreis Lüchow-Dannenberg) in die engere Auswahl für den Kunstpreis gekommen. Bevor die diesjährige Preisträgerin bekannt gegeben wurde, würdigte die Braunschweiger Kunsthistorikerin Dr. Anne Mueller von der Haegen noch einmal jede einzelne künstlerische Position.

Die Rede von Dr. Mueller von der Haegen können Sie hier nachlesen.

Arbeiten der nominierten Künstlerinnen und Künstler waren bis zum 6. Juni im Sonderausstellungsbereich des Historischen Museums Schloss Gifhorn zu sehen. Ein Ort mit Geschichte – auch für den Lüneburgischen Landschaftsverband, wie Dr. Ebel bemerkte, denn 2009 war der regionale Kulturförderer hier beim allerersten Durchlauf des Kunstpreises schon einmal zu Gast.

Die Kunstkommission begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Simone Fezers Arbeit bound to tilt überzeugt durch Eigenständigkeit im Künstlerischen, insbesondere durch das Zusammenspiel der Werkstoffe Plüsch-Holz-Glas und durch das ausgereifte Ineinandergreifen von Schwere, von ihr als Erdenschwere gemeint, und Leichtigkeit bzw. Durchlässigkeit und Verletztbarbeit in den Türmen der Glaskästen. Durchdrungen von Lichtreflexen, die ein Video hervorruft, erfüllt die Arbeit mehr als die tatsächlich beanspruchten Quadratmeter. Das Video erzählt im Loop die Geschichte des Bauens und Zusammenstürzens genau einer solchen Installation, ohne dass man sich dessen bewusst wird. Diese Vielschichtigkeit, die gleichwohl als Installation gebunden und geschlossen bleibt, überzeugt die Kommission.“

Die Kunstkommission

Die Kommission bestand aus Thomas Kaestle (Kulturjournalist, Hannover), Johannes Kimstedt (Kunstraum Tosterglope), Stefanie Kleefeld (Halle für Kunst Lüneburg), Isa Melsheimer (Bildhauerin, Berlin), Dr. Anne Mueller von der Haegen (Allgemeiner Konsumverein Braunschweig) und Dr. Julia Otto (Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon).